
Die Thüringische Rhön hält manche ihrer schönsten Wanderrouten gut versteckt. Während sich auf der Wasserkuppe oder rund um die Hohe Geba die Besucherscharen tummeln, führen andere Wege durch eine Landschaft, die kaum jemand kennt – und die genau deshalb so besonders ist. Der Rhönweg 3, der sogenannte Diesburgweg, gehört zu diesen stillen Entdeckungen. Er startet in einem kleinen Dorf mit einer großen Geschichte, führt hinauf zu einem Berggipfel, den einst Kelten befestigten, streift ein Plateau mit Weitblick, besucht ein Dorf voller alter Brunnen und kehrt schließlich durch offene Rhöner Flur zum Ausgangspunkt zurück.
Was diese Runde so besonders macht, ist nicht eine einzelne spektakuläre Attraktion, sondern das Zusammenspiel aus Natur, Geschichte und Stille. Wer sich auf den Diesburgweg einlässt, wandert durch Jahrtausende: vorbei an Zeugnissen keltischer Besiedlung, an einer restaurierten Synagoge, die vom einstigen jüdischen Gemeindeleben in der Rhön erzählt, und durch eine Berglandschaft, die mit jedem Höhenmeter etwas von ihrer Weite preisgibt. Das ist Rhön, wie sie sein sollte – unaufgeregt, tief und unvergesslich.
Der Diesburgweg im Überblick
- Parken: Parkplatz in Aschenhausen
- Öffentlicher Nahverkehr: Aschenhausen ist von Meiningen aus mit dem Bus erreichbar, allerdings fahren diese eher selten
- Strecke: ca. 5,6 Kilometer / ca. 1,5 – 2 Stunden Wanderzeit
- Höhenmeter: ↗ 150 m ↘ 170 m
- Schwierigkeit: leicht
- Einkehrmöglichkeiten: in Aschenhausen gibt es das Gasthaus „Zur Wildsau”, in dass Ihr einkehren könnt. Oder Ihr nehmt Euch eine Brotzeit mit und nutzt zum Beispiel die Schutzhütte „Hohe Löhr”
- Ausrüstung: Wanderrucksack*, Snacks, Getränke*, gute Wanderschuhe*, Wanderstöcke* sind hilfreich
- Wanderkarte: hier bestellen*
- Die Wanderung auf Komoot: hier klicken

Was erwartet euch auf dem Rhönweg 3, dem Diesburgweg?
Der Rhönweg 3, auch „Diesburgweg” genannt, ist eine solche Tour: ein abwechslungsreicher Rundweg, der Geschichte und Natur auf engstem Raum verknüpft und dabei ganz ohne den Massentourismus auskommt, der andere Rhöngipfel manchmal überschwemmt. Wer hier wandert, bewegt sich durch eine Landschaft, die seit Jahrtausenden bewohnt und geformt wurde – und die das bis heute spüren lässt.

Der Ausgangspunkt ist Aschenhausen, ein kleines Dorf im Südwesten Thüringens auf rund 520 Metern Höhe, eingebettet zwischen Diesburg und Leichelberg. Von dort führt der Weg zunächst steil hinauf zum Waldrand am Fuße der Diesburg, weiter zur Schutzhütte „Hohe Löhr”, dann in südlicher Richtung hinab zum Straßendorf Wohlmuthausen mit seinen historischen Brunnen, und anschließend auf einer abwechslungsreichen Strecke über Kirchberg und Lämmerberg nach Gerthausen. Den Abschluss bildet der Rückweg über die offene Flur der ehemaligen Kreisstraße zurück nach Aschenhausen. Eine Runde, die sich lohnt – in jeder Jahreszeit.

Wo beginnt die Diesburgweg-Wanderung und wie kommt ihr dorthin?
Der Startpunkt liegt in Aschenhausen, einem Ortsteil der Stadt Kaltennordheim im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Das Dorf ist überschaubar, der Parkplatz am Bürgerheim Aschenhausen dient als idealer Ausgangspunkt und ist kostenlos nutzbar.
Mit dem Auto ist Aschenhausen über die B 285 erreichbar. Von Meiningen aus sind es etwa 25 Kilometer in westlicher Richtung, von Bad Salzungen etwa 20 Kilometer in südöstlicher Richtung. Wer aus Richtung Hessen oder Bayern anreist, nimmt am besten die Verbindung über Kaltennordheim. Eine Bahnanbindung gibt es nicht direkt; der nächste Bahnhof befindet sich in Meiningen oder Bad Salzungen, von dort ist man auf Bus oder Taxi angewiesen.
In Aschenhausen selbst steht mit dem Gasthaus „Zur Wildsau”, das direkt am Hauptwanderweg West-Ost Nr. 3 liegt, eine Einkehrmöglichkeit zur Verfügung – ideal für eine zünftige Brotzeit vor oder nach der Tour.

Was hat es mit dem ungewöhnlichen Startdorf Aschenhausen auf sich?
Wer Aschenhausen nur als Wanderstart betrachtet, verpasst einen wichtigen Teil des Gesamterlebnisses. Denn das Dorf trägt eine besondere Geschichte in sich, die nachdenklich stimmt und berührt.
Bereits 838 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt – damals noch unter dem Namen „Aseshuson”. Doch was Aschenhausen wirklich von anderen Rhöndörfern unterscheidet, ist seine jüdische Vergangenheit. Ende des 17. Jahrhunderts, genauer gesagt im Jahr 1695, holten die Gutsbesitzer Georg Heinrich und Dietrich Raab von Speßhardt die ersten jüdischen Familien in den Ort. Diese siedelten sich an, gründeten eine Gemeinschaft und bauten 1767 eine erste Synagoge. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1841 wurde 1843 ein Neubau eingeweiht, der bis heute erhalten ist.

Um das Jahr 1800 lebten 134 Christen und 113 Juden in Aschenhausen – ein in Deutschland außergewöhnlich ausgeglichenes Verhältnis. Der Ortsbeirat war zu gleichen Teilen besetzt, der stellvertretende Ortsvorsteher war bis 1918 stets ein Jude. Das Zusammenleben funktionierte allem Anschein nach weitgehend problemlos und respektvoll.
Mit dem Nationalsozialismus endete das. 1936 löste sich die jüdische Gemeinde auf, die letzten Juden übergaben das Gebäude einem Kolonialwarenhändler, der es als Scheune nutzte – was paradoxerweise seine Erhaltung sicherte, da es nicht als Synagoge identifizierbar war. 1987 erwarb die Gemeinde das Gebäude, 1991 wurde es nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten wiedereröffnet. Heute dient die ehemalige Synagoge als Stätte der Begegnung, Erinnerung und des Gedenkens.
Wer vor dem Start der Wanderung einige Minuten für den Besuch der Synagoge und des jüdischen Friedhofs einplant, dem erschließt sich eine zusätzliche Dimension dieses Ortes. Auch die Dorfkirche aus dem Jahr 1602, eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude im Ort, ist einen Blick wert.

Wie verläuft der Aufstieg zur Diesburg?
Kaum hat man Aschenhausen hinter sich gelassen, beginnt der Weg ernsthaft: Es geht steil bergauf. Das Gelände steigt rasch an, der Waldrand am Fuße der Diesburg ist das erste Ziel. Der Anstieg ist kurz, aber fordernd – wer sich darauf einlässt, wird mit einem spürbaren Höhengewinn belohnt, der sich in den Ausblicken bald bezahlt macht.

Die Diesburg selbst ist ein markanter Basaltkegel, der mit 711,8 Metern über NHN zu den prägnanten Gipfeln der Thüringischen Rhön zählt. Sie gehört zum Bergmassiv der Hohen Geba und ist von Weitem schon als kompakter, bewaldeter Kegel erkennbar. Der Hauptweg führt am Fuße des Gipfels entlang, doch ein Abstecher lohnt sich ausdrücklich: Etwa ein Kilometer Wegstrecke führen zum Gipfel der Diesburg hinauf – und wer diese Mühe auf sich nimmt, wird mit einem der historisch faszinierendsten Plätze der gesamten Region belohnt.

Was verbirgt sich auf dem Gipfel der Diesburg – und was haben die Kelten damit zu tun?
Der Gipfel der Diesburg ist kein gewöhnlicher Aussichtsberg. Wer genau hinschaut, erkennt, dass die Kuppe keine natürliche Form hat: Sie wurde von Menschenhand geformt. Die Diesburg trägt auf ihrem Gipfel die Reste einer vorgeschichtlichen Wallanlage aus der vorrömischen Eisenzeit – ein keltischer Ringwall, der einst eine befestigte Siedlung oder einen Kultplatz schützte.
Manche Basaltkegel der Rhön sind von solchen keltischen Wallanlagen gekrönt, und die Diesburg ist eines der bekanntesten Beispiele dafür. Der Steinwall aus der Eisenzeit ist heute noch als Erhebung und Vertiefung im Boden erkennbar, auch wenn ihn Jahrhunderte der Verwitterung und jahrhundertelanger Bewuchs überlagert haben. Archäologische Funde aus der Umgebung, darunter Grabhügel aus der Bronzezeit rund um den Leichelberg bei Aschenhausen, belegen, dass diese Landschaft seit Jahrtausenden intensiv besiedelt war.

Auch die Hohe Löhr, die etwas unterhalb des Gipfels liegt, zeigt einen rund 500 Meter langen Steinwall mit Schanzkanten – ein weiteres Zeugnis vorgeschichtlicher Präsenz in dieser Gegend. Die Kelten wussten offensichtlich, was sie an dieser Landschaft hatten: Weitblick, natürlicher Schutz und eine strategisch günstige Lage.
Für alle, die Geschichte nicht nur in Museen, sondern direkt unter den Füßen erleben wollen, ist der Abstecher auf den Gipfel der Diesburg ein absolutes Muss.

Was erwartet euch an der Schutzhütte Hohe Löhr?
Nach dem Abstieg vom Gipfel oder nach dem Passieren des Waldrandweges führt der Rhönweg 3 weiter zur Schutzhütte „Hohe Löhr”. Diese liegt auf dem gleichnamigen Plateau zwischen Diesburg und dem Massiv der Hohen Geba – einem der schönsten Hochpunkte der gesamten Route.
Die Hohe Löhr ist keine bewirtschaftete Hütte, sondern eine einfache Schutzhütte, die Wanderern als Rastplatz dient. Aber was hier fehlt an gastronomischer Versorgung, wird durch die Lage mehr als ausgeglichen: Das Plateau öffnet sich nach allen Seiten, der Blick schweift weit über die Kuppenrhön, zu den Gipfeln der Hohen Geba und bei guter Sicht auch zur Wasserkuppe, dem höchsten Berg der Rhön.

Die offene Hochfläche der Hohen Löhr ist außerdem ein botanisch wertvoller Bereich, auf dem seltene Pflanzen vorkommen. Wer Rhöntypische Vegetation kennenlernen möchte – Borstgrasrasen, Bergwiesen mit reicher Blütenvielfalt – findet hier eine hervorragende Gelegenheit dazu.

Ein Rastplatz an der Diesburg, der als offizielle Stempelstelle im regionalen Wanderstempelsystem eingetragen ist, macht die Route auch für Stempelsammler interessant. Wer am Touringen-Stempelsystem teilnimmt, sollte das in der Planung einkalkulieren.

Was macht Wohlmuthausen zu einem besonderen Dorf?
Nach dem Abstieg von der Hohen Löhr in südlicher Richtung erreicht man das Straßendorf Wohlmuthausen, das auf 440 Metern Höhe am Fuße der Diesburg liegt. Mit seinen rund 238 Einwohnern ist es ein kleines, ruhiges Dorf – aber eines mit Charakter.
Das Besondere an Wohlmuthausen sind seine Brunnen. Im Ort finden sich fünf historische Laufbrunnen, die dem Dorf eine ländlich-idyllische Atmosphäre verleihen und auf eine Zeit verweisen, in der Brunnen das Herzstück des dörflichen Lebens waren. Wer auf der Wanderung das Trinkwasser aus der eigenen Flasche aufgefüllt hat, kann hier – falls die Brunnen Trinkwasserqualität haben und entsprechend beschildert sind – eine kleine Pause einlegen.
Ebenfalls sehenswert: die große Dorflinde, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist und auf ein Alter von rund 300 Jahren geschätzt wird. Alte Linden wie diese waren im dörflichen Leben über Jahrhunderte hinweg zentrale Versammlungsorte, Gerichtsstätten und Wahrzeichen zugleich. Diese Linde hat Generationen kommen und gehen sehen – ein stilles, aber eindrucksvolles Zeugnis der Geschichte.
Wohlmuthausen liegt in einer Ausbuchtung des Herpftals zwischen Helmershausen und Gerthausen. Das Tal der Herpf, dem der Weg nun folgt, bildet eine natürliche Grenze zwischen dem Massiv der Hohen Geba im Norden und den südlichen Gipfeln der Rhön. Das Herpftal ist dabei kein enger Einschnitt, sondern ein offenes, wiesenreiches Tal, das dem Wanderer nach dem Anstieg zur Diesburg Entspannung und Weite bietet.

Wie geht es weiter über Kirchberg und Lämmerberg nach Gerthausen?
Vom Herpftal aus führt der Rhönweg 3 auf einer sehr attraktiven und abwechslungsreichen Strecke weiter: über den Kirchberg und den Lämmerberg nach Gerthausen. Diese Teilstrecke ist das landschaftliche Herzstück des Weges – ein stetiger Wechsel aus Wald und offenen Wiesen, aus Auf- und Abstiegen, aus Talblicken und Weitblik.
Der Kirchberg mit seinen knapp 490 Metern Höhe gehört zu den Kuppen rund um Gerthausen, ebenso wie Lochberg, Klausberg und Ohberg. Der Weg führt über diese Kuppen hinweg und gewährt dabei wechselnde Perspektiven in das Herpftal und hinaus in die Rhöner Weite. Die Bezeichnung „Rhönblick” – die manchmal als Untertitel für den Rhönweg 3 verwendet wird – kommt hier nicht von ungefähr: Die Aussichten auf dieser Strecke rechtfertigen den Namen.

Gerthausen selbst liegt westlich von Wohlmuthausen an der Herpf, an der Mündung des von links kommenden Weißbachs. Das Dorf ist uralt: Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich bereits für das Jahr 874, als es unter dem Namen „Gerratehus” dokumentiert wurde. 1844 wurde der Ort durch einen Großbrand fast vollständig zerstört und anschließend unter Clemens Wenzeslaus Coudray, einem der bedeutendsten klassizistischen Architekten Thüringens, wiederaufgebaut. Wer das Dorf mit Blick auf diese Geschichte betrachtet, erkennt den klassizistischen Einfluss noch heute in manchen Gebäuden.
Früher gab es in Gerthausen drei Mahlmühlen mit oberschlächtigen Wasserrädern, die das Getreide der umliegenden Dörfer mahlten. Heute ist davon nichts mehr in Betrieb, aber der Name des Weißbachs erinnert an die einstige Nutzung des Wassers in diesem Tal.

Wie verläuft der Rückweg nach Aschenhausen?
Von Gerthausen aus führt der Rhönweg 3 auf der ehemaligen Kreisstraße durch die offene Flur zurück nach Aschenhausen. Dieser Abschnitt ist der entspannteste der gesamten Tour: Das Gelände ist flach oder nur leicht hügelig, der Blick öffnet sich in alle Richtungen, und man kann das Panorama der Kuppenrhön noch einmal in Ruhe aufnehmen, bevor der Ausgangspunkt wieder in Sicht kommt.

Der Weißbach, der bei Gerthausen in die Herpf mündet, entspringt übrigens in Aschenhausen nordwestlich der Diesburg und umfließt deren Südseite – ein kleines hydrologisches Detail, das zeigt, wie eng verknüpft die Orte entlang dieser Route miteinander sind. Wer aufmerksam durch die Landschaft geht, entdeckt auf diesem letzten Abschnitt oft Rhönschafe auf den Wiesen, die als typische Nutztierart zur offenen Kulturlandschaft der Rhön beitragen und zu deren Pflege unverzichtbar sind.

Wie anspruchsvoll ist der Rhönweg 3 – und für wen ist er geeignet?
Der Rhönweg 3 ist eine mittelschwere Wanderung, die sich für geübte Freizeitwanderer ebenso eignet wie für konditionsstarke Gelegenheitswanderer. Der Aufstieg vom Start in Aschenhausen zur Diesburg ist steil und erfordert gutes Schuhwerk – Wanderstiefel oder feste Wanderschuhe sind empfehlenswert, Turnschuhe dagegen nicht ideal, besonders wenn der Untergrund nass ist.
Die Gesamtlänge des Rundweges beträgt je nach Quelle und Variante etwa 12 bis 15 Kilometer, der optionale Abstecher auf den Gipfel der Diesburg (rund 1 km zusätzlich) ist in dieser Rechnung je nach Planung noch nicht enthalten. Die Gesamthöhenmeter bewegen sich im moderaten Bereich, der Weg ist aber durch seinen Wechsel aus Anstiegen und Abstiegen konditionell anspruchsvoller als die bloße Streckenlänge vermuten lässt.

Für Familien mit Kindern ist die Route bedingt geeignet: Die Kinder sollten wandererfahren sein und den steilen Aufstieg zur Diesburg ohne Probleme meistern können. Kinderwagen oder Buggy sind auf diesem Weg nicht praktikabel. Hunde dürfen mitgenommen werden, sollten jedoch in Naturschutzgebieten an der Leine geführt werden.
Eine grobe Zeitplanung: Für die Hauptrunde ohne langen Abstecher auf den Gipfel sollte man mindestens vier bis fünf Stunden einkalkulieren, mit ausgedehnten Pausen und dem Gipfelabstecher auch sechs Stunden.

Wann ist die beste Zeit für diese Wanderung?
Der Rhönweg 3 ist grundsätzlich das ganze Jahr über begehbar, hat aber je nach Jahreszeit sehr unterschiedliche Qualitäten.
Im Frühling, von April bis Juni, zeigen die Bergwiesen rund um die Hohe Löhr und im Herpftal ihre artenreiche Blütenvielfalt. Die Rhöner Bergwiesen sind ein bekanntes botanisches Highlight – Orchideenwiesen und Borstgrasrasen kommen in dieser Region vor, und wer einen Blick dafür hat, findet auf dieser Route einige davon.
Im Sommer bietet sich die Tour für Frühaufsteher an: Die Morgenstunden gehören in der Rhön den Wanderern, während sich die Hitze des Tages auf den offenen Plateaus bemerkbar macht. Die Fernsichten sind im Sommer bei klarem Wetter am weitreichendsten.

Der Herbst ist vielleicht die schönste Jahreszeit für diese Wanderung. Die Buchenwälder an den Hängen der Diesburg leuchten in Rot- und Goldtönen, das Licht ist weich, und die Luft ist oft klar. Wanderer, die Fotografie betreiben, sollten den Herbst fest im Kalender markieren.
Im Winter ist der Weg bei Schnee reizvoll, aber Vorsicht ist geboten: Der Anstieg zur Diesburg kann bei Glätte gefährlich werden. Spikes oder Grödel sind dann sinnvolle Ergänzung zum Gepäck.

Wie ist der Weg markiert und wie findet man sich zurecht?
Der Rhönweg 3 ist als Rhön-Rundweg ausgeschildert und folgt der entsprechenden Wegmarkierung. Im Rhönklub-System ist der Weg Teil des gut vernetzten Wandernetzes der Thüringischen Rhön. Wer mit einer topografischen Karte oder einer Wanderapps (zum Beispiel Outdooractive oder Komoot) unterwegs ist, hat zusätzliche Sicherheit.
Aschenhausen liegt zudem direkt am Rhön-Rennsteig-Wanderweg sowie am Hauptwanderweg West-Ost 3 – das Dorf ist also ein gut markierter Knoten im Wegenetz der Region. Die Beschilderung im Gelände ist in der Rhön insgesamt zuverlässig, gelegentlich können aber Wegweiser durch Witterungseinflüsse oder Vandalismus fehlen. Eine offline verfügbare Karte auf dem Smartphone ist deshalb immer eine gute Idee.
Was sollte man für die Tour einpacken?
Die Grundausstattung für den Rhönweg 3 unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Rhöntouren, aber ein paar Punkte verdienen besondere Erwähnung:
Wasser ist unverzichtbar, denn außer in Wohlmuthausen (wo je nach Beschilderung der Brunnen Wasser verfügbar sein kann) gibt es keine gesicherten Quellen unterwegs. Mindestens eineinhalb Liter sollten im Rucksack sein, bei Sommerhitze deutlich mehr.

Verpflegung aus dem eigenen Rucksack ist ebenfalls ratsam, da es auf der Strecke selbst keine Gastronomie gibt. Das Gasthaus in Aschenhausen bietet den idealen Abschluss der Tour.
Gutes Kartenmaterial* oder eine Wanderapp sind empfohlen, festes Schuhwerk ist Pflicht, und eine Regenjacke gehört in der Rhön – bekannt für ihr wechselhaftes Wetter – immer ins Gepäck. Ein Fernglas kann auf dem Plateau der Hohen Löhr gute Dienste leisten: Die Aussichten laden zum genauen Beobachten der Landschaft ein.

Was macht den Rhönweg 3 besonders – und warum lohnt er sich?
Der Diesburgweg ist keine Wanderung für Rekordsammler, die möglichst viele Kilometer oder Höhenmeter abhaken wollen. Er ist eine Wanderung für Menschen, die genau hinschauen wollen: auf die Geschichte eines Keltenwalls, auf die stille Würde einer ehemaligen Synagoge, auf die Namen von Brunnen in einem kleinen Dorf, auf das Leuchten der Bergwiesen.

Die Rhön wird oft als „Land der offenen Fernen” bezeichnet – und dieser Beiname passt auch zum Rhönweg 3. Die Fernsichten von der Hohen Löhr, die offene Flur auf dem Rückweg, das weite Herpftal: All das gibt dem Blick Raum und dem Kopf Luft. Wer die Thüringische Rhön abseits der bekannten Hotspots wie Wasserkuppe oder Hohe Geba kennenlernen möchte, findet auf dieser Route genau das Richtige.

Der Abstecher auf den Gipfel der Diesburg mit seinem keltischen Ringwall ist ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt – nicht wegen seiner Dramatik, sondern wegen seiner Stille. Man steht auf einem Ort, den Menschen vor über 2.500 Jahren als bedeutsam genug erachteten, um ihn zu befestigen und zu bewohnen. Das ist Rhön in ihrer tiefsten Schicht: eine Landschaft, die Geschichte trägt, ohne viel Aufhebens davon zu machen.

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