

Arles-Tipps für euren Besuch in der Provence: Zwischen römischen Ruinen, moderner Kunst und pittoresken Gassen bietet die Stadt am Rande der Camargue erstaunlich viel für Kunst- und Kulturbegeisterte, Foodies und alle, die südfranzösisches Flair lieben. Warum uns die Kunst-Stadt in Südfrankreich sofort begeistert hat und wie man dort einen unvergesslichen Tag verbringt, verraten wir euch in unserem Arles City Guide. Darin findet ihr unsere Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten, Museen, Shops sowie Restaurants und Bäckereien, die ihr nicht verpassen solltet.
Es gibt Städte, die einen schon nach wenigen Minuten überzeugen. Bei denen der erste Eindruck so überwältigend ist, dass der Funke sofort überspringt, und man einfach weiß, dass man die Stadt lieben wird. So ging es mir bisher mit Tel Aviv, mit unserem ersten Besuch in Lissabon oder auch mit Savannah, Georgia. Das Städtchen Arles in der Provence ist auch so ein Fall. Auf unserem Roadtrip durch Südfrankreich im letzten Sommer haben wir einen Tagesausflug nach Arles im Departement Bouches-du-Rhône vor allem wegen der Kunst eingeplant. Mit dem spektakulären LUMA, der Fondation Vincent van Gogh und dem jährlich im Sommer stattfindenden Fotografie-Festival gibt es für Kunst- und Kulturtinteressierte viele gute Gründe, die Stadt am Rande der Camargue zu besuchen. Dass Arles darüber hinaus noch so viel mehr zu bieten hat und unglaublich hübsch ist, überrascht uns dann doch. Keine fünf Minuten braucht die Stadt an der Rhône, um uns in ihren Bann zu ziehen.
Arles ist eine Stadt der Kontraste. Römische Ruinen aus dem 1. Jahrhundert fügen sich ebenso ins Stadtbild wie futuristische Kunstbauten. Dazu gesellen sich eine pittoreske Altstadt, nette Cafés und noch tollere Restaurants, provenzalisches Flair und eben ganz viel Kunst. Die findet man nicht nur in den großen Museen, sondern in der ganzen Stadt verteilt: als Streetart, in Galerien, vielen kleinen Ausstellungsräumen und in den oft künstlerisch ausgerichteten und wirklich tollen Shops.
Unsere Tipps für Arles und warum uns die Stadt so begeistert hat, verraten wir euch in diesem Beitrag. Darin findet ihr nicht nur unsere Sightseeing-Highlights und alles, was man an einem Tag in Arles gesehen haben muss, sondern auch unsere kulinarischen Empfehlungen, denn in der provenzalischen Stadt kann man ganz hervorragend essen gehen.





Kostenlos parken in Arles
Wer die Stadt, wie wir, im Rahmen eines Tagesausflugs besucht und mit dem Auto unterwegs ist, parkt am besten außerhalb der Stadtmauern. Die Gassen der Altstadt sind eng und verwinkelt, dort mit dem Auto navigieren zu müssen, ist sicher kein Vergnügen. Wir haben an der Porte de la Cavalerie, direkt an der Stadtmauer, einen großen kostenlosen Parkplatz gefunden (Achtung: mittwochs findet dort ein großer Markt statt und das Parken ist deswegen nicht möglich). Von dort aus sind es nur ein paar Minuten zu Fuß in die Altstadt.
Arles Altstadt zu Fuß erkunden
Als wir am frühen Morgen ankommen und durch die verwinkelten Gassen der Altstadt laufen, tauchen die ersten Sonnenstrahlen des Tages die schrabbelig-schönen Fassaden der Häuser und die Bögen des römischen Amphitheaters in ein warmes Gold. In den Straßencafés werden die ersten Tische eingedeckt, die Läden öffnen langsam ihre Türen und die Seitenstraßen begrüßen uns mit schönsten Graffitis – wir ahnen schon, dass wir hier auch gut zwei oder drei Tage hätten verbringen können.
Grundsätzlich lohnt es sich, sich zwei bis drei Stunden Zeit zu nehmen und durch die Stadt treiben zu lassen, um all die kleinen Gassen, die perfekt unperfekten Häuser und historischen Plätze zu entdecken. Zu Fuß ist man hier generell bestens unterwegs, denn so ziemlich alles in Arles lässt sich gut erlaufen. Die Stadt wirkt freundlich und offen, hip und traditionsreich zugleich.







Schöne Läden in der Altstadt
Wir entdecken innerhalb kurzer Zeit so viele hübsche Läden und interessante Orte, für die wir uns am späten Nachmittag noch einmal mehr Zeit nehmen. In den engen Gassen zwischen der Kathedrale und den Konstantinthermen findet man besonders viele spannende Geschäfte und Galerien. In der L’Arlétiste Papeterie gibt es ausgefallene Schreibwaren und kunstvolles Zubehör, der Missa Slow Concept Store bietet bunte Mitbringsel und hübschen Schnickschnack und bei Moustique verlieben wir uns in reihenweise Geschirr, Besteck und Wohnaccessoires (aber nur ein besonders fotogenes Messer darf mit uns nach Hause).
Römische Spuren in Arles
Arles war einst Provinzhauptstadt im Römischen Reich. Das römische Erbe ist an vielen Ecken der Stadt auch heute noch sichtbar. Unübersehbar bei einem Spaziergang durch die historische Altstadt ist das imposante Amphitheater Les Arènes Romaines, das um 90 n. Chr. erbaut wurde. Bis zu 25.000 Zuschauer*innen fanden in der großen ovalen und noch immer gut erhaltenen Arena Platz, um Gladiatorenkämpfen oder Tierspektakeln beizuwohnen. Im 5. und 6. Jahrhundert wurde das Amphitheater zu einer Festung erweitert und das Innere in eine Art kleine Stadt in der Stadt verwandelt. Im 19. Jahrhundert erfolgte jedoch der erneute Umbau zur ursprünglichen Form der Arena. Wie sämtliche antike Überreste in Arles – z. B. das Römische Theater (Théâtre antique) oder die Konstantinthermen (Thermes de Constantin) –, ist auch die Arena Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Wer sich mehrere der antiken Sehenswürdigkeiten und Museen anschauen möchte, kann mit einem der Kombipässe etwas Geld sparen. Den Pass Avantage (inkl. Eintritt zu allen antiken Monumenten und einigen Museen) und den Pass Liberté (inkl. Eintritt zu drei antiken Monumenten und einem Museum) könnt ihr sowohl online als auch am Ticketschalter der einzelnen Monumente kaufen. Für den Besuch mehrerer antiker Sehenswürdigkeiten solltet ihr mindestens einen halben Tag einplanen. Da wir nur einen Tag in Arles verbringen, schauen wir uns die römischen Bauwerke nur von außen an.




Bummel durch das Viertel La Roquette
Links der Altstadt, nahe dem Fluss, lässt das hübsche Viertel La Roquette heute nicht mehr erahnen, dass es früher als Armeleutegegend galt. Im Gegenteil: Die kleinen farbenfrohen Gassen mit den pflanzen- und blumenbeschmückten Hauseingängen bieten viele tolle Fotomotive, ein bisschen Streetart und verschmuste Katzen. Hier sind deutlich weniger Tourist*innen unterwegs, insbesondere die großen Reisegruppen verschlägt es eher selten in diesen Teil der Stadt. Entsprechend ruhig und idyllisch geht es hier zu.







Kunst in Arles: Museen, van Gogh, Fotografie-Festival und Streetart
LUMA Arles: Moderne Kunst im Wahrzeichen der Stadt
Das künstlerische Highlight in Arles ist das LUMA, ein riesiger Kulturkomplex, der selbst schon eine Reise in die provenzalische Stadt wert ist. Den Mittelpunkt bildet der silbern glitzernde 56 Meter hohe Turm des Stararchitekten Frank Gehry, der Arles 2021 auf die Landkarte der internationalen Kunstwelt katapultiert hat und zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Neben einigen Kunstwerken, die Teil des Gebäudes sind, wie die Doppelrutsche von Carsten Höller, die sich zwei Stockwerke nach unten schlängelt, oder eine sehr fotogene spiralförmige Treppe, gibt es viele verschiedene Wechselausstellungen zu moderner Kunst zu sehen. Diese verteilen sich auf die zehn Stockwerke des Turms sowie auf ein weitläufiges Außengelände mit Skulpturengarten (der übrigens kostenlos zugänglich ist) und sechs großen Industriehallen. Plant also genügend Zeit für euren Besuch ein (wir haben gut vier Stunden dort verbracht und längst nicht alles gesehen). Keinesfalls verpassen solltet ihr den großartigen Ausblick von der Dachterrasse des Turms im neunten Stock. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das Museumscafé Drum Café, von dem wir euch weiter unten bei den kulinarischen Tipps noch vorschwärmen. Kurzum: Das Museums ist unfassbar abwechslungsreich, es gibt jede Menge spielerische Installationen und es macht einfach nur Spaß!
LUMA // 7 Rue Camille Pelletan, Arles. Montags und dienstags ist das LUMA geschlossen. Das Kombiticket für das LUMA und die Fondation Vincent van Gogh kostet 17 €.










Auf van Goghs Spuren durch Arles: L’Espace van Gogh und Fondation Vincent van Gogh
1888/89 hat der niederländische Maler Vincent van Gogh in Arles gelebt und inspiriert vom Licht des Südens in dieser Zeit über 200 Gemälde erschaffen. In der Stadt kann man noch heute zahlreiche Orte entdecken, die der Maler auf der Leinwand festgehalten hat. So auch das L’Espace van Gogh, ein ehemaliges Krankenhaus, in dem van Gogh behandelt wurde, nachdem er sich ein Stück seines Ohrs abgeschnitten und es an seine Lieblingsprostituierte verschenkt hatte (true story!). Der sehr schöne Innenhof mit Garten ist frei zugänglich und wurde von van Gogh gleich in zwei Gemälden verewigt.
L’Espace van Gogh // Place Félix Rey, Arles. Der Innenhof ist kostenfrei zugänglich.


Die Fondation Vincent van Gogh beherbergt dagegen ein sehr schönes Museum mitten in der Altstadt mit wechselnden Ausstellungen von internationalen zeitgenössischen Künstler*innen, die immer auch einen gewissen Bezug zum Werk des Namensgebers haben. Aber Achtung: Trotz des Namens findet man hier nur zwei Gemälde von van Gogh selbst. Der Besuch des hübschen Palais lohnt sich dennoch sehr – die Ausstellungen sind spannend konzipiert, das Gebäude an sich schon sehenswert und von der Dachterrasse hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Wer sowieso das LUMA besuchen will, bekommt für nur 2 € mehr das Kombiticket (17 €) für beide Museen.
Fondation Vincent van Gogh // 35 Rue du Dr Fanton, Arles. Das Kombiticket für das LUMA und die Fondation Vincent van Gogh kostet 17 €.
Wenn ihr noch weiter auf van Goghs Spuren wandeln wollt, bietet das Tourismusbüro von Arles eine Karte mit einem Stadtrundgang an, der euch an vielen relevanten Stationen des Künstlers entlangführt. Ihr erhaltet sie kostenfrei im Tourismusbüro oder hier zum Runterladen.


Les Rencontres de la Photographie d’Arles: das Fotofestival in Arles
Jedes Jahr im Sommer wird Arles für viele Wochen ein noch spannenderes Ziel für Kunst- und Kulturinteressierte. Das seit 1970 jährlich stattfindende Fotografie-Festival ist das größte seiner Art in Frankreich und eines der bekanntesten weltweit. Von Juli bis Oktober wird die Stadt förmlich überflutet von Ausstellungen und Veranstaltungen zur künstlerischen Fotografie. Gut 30 unterschiedliche Ausstellungen gibt es an oft eher ungewöhnlichen Orten wie Schulen oder Kirchen zu bestaunen. Arles ist zudem der Standort der wichtigsten französischen Hochschule für Fotografie, und das macht sich auch über das Festival hinaus bemerkbar. Überall in der Stadt befinden sich kleine Galerien, die Hauswände sind plakatiert mit Postern zu Ausstellungen oder gleich Ausdrucken von Fotografien. Wer sich also nur ein ganz klein wenig für Fotografie interessiert, sollte sich mindestens einen Tag für Les Rencontres d’Arles Zeit nehmen und mit einer Tageskarte in die Welt der Fotografie eintauchen.
Les Rencontres de la Photographie d’Arles // 2026 findet das Fotofestival vom 6. Juli bis 4. Oktober statt. Die Ausstellungsorte sind in der ganzen Stadt verteilt und auf der Karte des Festivals zu finden. Die Tageskarte kostet zwischen 29 und 35 €.

Streetart in der Altstadt
Dass ein künstlerischer Vibe durch die ganze Stadt weht, spürt man in fast jeder Straße. Uns fällt kaum eine andere Stadt ein, die so vor Kreativität, mit Kunst plakatierten Wänden und bunten Fassaden strotzt. Entsprechend langsam bewegen wir uns fort, denn ständig bleiben wir stehen, zücken die Kamera oder treten noch mal etwas näher an eines der urbanen Kunstwerke heran. Die ganze Altstadt ist ein Kunstwerk, und es macht Spaß, sich durch die verwinkelten Gassen treiben zu lassen, um ein neues Graffiti oder Mural zu entdecken.





Kulinarische Tipps für Arles: Bäckereien, Cafés und Restaurants
Dass man in Südfrankreich und vor allem in der Provence kulinarisch hervorragend versorgt wird, ist klar. In Arles essen wir aber besonders gut und das mit schönstem Ambiente. Selten sind wir durch eine Stadt gelaufen und haben sofort so viele spannende Cafés, Bäckereien, Restaurants und Bars entdeckt. Arles Altstadt strotzt vor niedlichen Bistros und Lokalen in schönsten Locations. Gerade in den Seitenstraßen sitzt man etwas ruhiger, oft an hübsch eingedeckten Tischen vor den Restaurants, und kann so auch am Abend noch den provenzalischen Sommer genießen. Sofort wird klar, dass sich ein Besuch in Arles auch aus kulinarischer Sicht lohnt und wir mit unserem Tagesausflug viel zu wenig Zeit haben, um tiefer in Arles spannende Food-Szene einzutauchen. Ein paar sehr empfehlenswerte Tipps fürs Mittagessen, für einen Snack zwischendurch und fürs Abendessen haben wir dennoch für euch.
Le Sauvage Peins et Fleurs: Gebäck aus der hippen Boulangerie
Mitten in der Altstadt, ganz in der Nähe der Konstantinthermen, präsentiert die Bäckerei Le Sauvage ihr süßes und herzhaftes Gebäck wie kleine Kunstwerke. Die hippe Boulangerie hat sich auf hausgemachte Sauerteigprodukte, Brioches und andere süße Köstlichkeiten spezialisiert. Die Brioches mit Praliné- und Schokoladenfüllung sind fluffig und so wie sie sein sollen, das Cannelé ist leicht karamellig und puddingartig, die belegten Sandwiches sind perfekt für den etwas größeren Snackhunger. Wir packen unsere Ausbeute ein und genießen sie auf einer Bank am hübschen Place de la République – mit Blick aufs Rathaus, den Obelisken und das geschäftige Treiben rundherum schmeckt es besonders gut.
Le Sauvage Peins et Fleurs // 16 Rue du Sauvage, Arles.


Drum Café im LUMA: Der perfekte Lunch-Spot im Museum
Als Museumscafé des LUMA kommt das Drum Café genauso stylisch wie das ganze Gebäude und angenehm kühl daher. Sehr hohe Decken, gedimmtes Licht, bunte Rohre, eine lange Edelstahlbar und ein beeindruckend großer Wandteppich verströmen ein Mix aus kühler Moderne und prunkvoller Eleganz. Auch der Service ist für ein Museumscafé überdurchschnittlich aufmerksam und trägt dazu bei, dass wir uns fast wie in einem fancy Restaurant fühlen. Dass das Drum Café vom Guide Michelin empfohlen wird, ist wenig überraschend, denn auch das Essen ist hervorragend. Die Karte wechselt regelmäßig und richtet sich nach der Saison und dem regionalen Angebot. Auf der Sommerkarte finden wir viele kleine Gerichte und leichte Hauptspeisen (zwischen 8 und 24 € pro Teller), die die südfranzösische Mittagshitze erträglicher machen. Nach der erfrischenden geeisten Bohnensuppe mit Pfirsich und Meeräschenrogen, den kleinen knusprigen Safran-Arancini mit Paparikadip und der herrlich fluffigen Pinsa mit Za’atar und Stracciatella sind wir bereit für den Museumsbesuch. Unbegrenztes Eiswasser gibt es übrigens für 1 € pro Person.
Drum Café im LUMA // 35 Av. Victor Hugo, Arles.





L’Épicerie du Cloître: Feinkostladen trifft Bistroküche
Mehr Südfrankreich geht fast nicht. Zum Abschluss unseres Tages in Arles besuchen wir die L’Épicerie du Cloître, einen Feinkostladen mit kleiner Karte und hübscher Terrasse. Nur wenige Schritte vom geschäftigen Place de la République sitzt man etwas abseits der Altstadtgassen schön ruhig unter Lichterketten und isst sich durch die Leckereien des französischen Südens. Gepaart werden regionale Spezialitäten mit modernen internationalen Einflüssen. Das Beef Tataki mit einem Topping aus Wassermelonen-Chimichurri, Senf, Koriander und Pinienkernen (25 €) ist wunderbar zart, frisch und aromatisch. Dazu gibt es würzige Kartoffeln aus der Pfanne. Das Artischocken-Feta-Bruschetta mit Zucchini (17 €) könnte nicht schöner angerichtet sein und passt perfekt zum lauen Spätsommerabend. Da wir nach dem Essen Arles wieder in Richtung unseres Bed & Breakfast im Norden verlassen müssen, freuen wir uns über die alkoholfreien Cocktails auf der Karte. Trotz Negroni und Spritz fahren wir so ohne Probleme wieder zu unserem Dorf zurück.
L’Épicerie du Cloître // 22 Rue du Cloître, Arles.




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