
Vergangene Woche habe ich auf Instagram ein Reel geteilt, in dem ich meinen Handtascheninhalt sortiere. Nicht ausgeleert, sondern eingeräumt. Früher rein. Heute rein. Eine kleine Tasche, dann eine größere. Lippenstift hier, Zahnseide da, Pflaster, Sonnenschutz, Kartenetui. Und während ich die Dinge nacheinander hineinlege, wird ziemlich schnell klar: Der Handtascheninhalt früher heute ist eine erstaunlich präzise Beschreibung meines Lebens. Ohne Drama, ohne große Gesten, aber mit sehr viel Wahrheit.
Was früher locker in eine kleine Tasche gepasst hat, braucht heute mehr Platz. Nicht, weil ich komplizierter geworden bin (wirklich nicht). Sondern weil mein Alltag ein anderer ist.




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Handtascheninhalt früher: klein, leicht, überschaubar
Früher war mein Handtascheninhalt schnell erzählt. Autoschlüssel, Lippenstift, Bargeld. Vielleicht noch ein Kaugummi. Mehr brauchte ich nicht – oder dachte zumindest, dass ich nicht mehr brauche. Die Tasche sollte zum Outfit passen, nicht stören und bitte nicht im Weg sein. Große Taschen fand ich unpraktisch. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen übertrieben.
Wenn etwas fehlte, wurde improvisiert. Und meistens hat das funktioniert. Vielleicht lag genau darin das Lebensgefühl dieser Zeit: Losgehen, ohne alles mitzudenken. Spontan sein. Nicht jede Eventualität absichern.


Nicht alles in meiner Tasche ist sexy. Aber fast alles ist sinnvoll.
Handtascheninhalt früher: als plötzlich Kinder mit im Spiel waren
Mit Kindern wurde der Handtascheninhalt früher dann allerdings… sagen wir: überraschend. Und damit meine ich noch nicht einmal die Wickeltasche, die über Jahre zusätzlich on top kam und ohnehin ein eigenes Universum war. Auch die „normale“ Handtasche entwickelte plötzlich Eigendynamik.
Man fand Dinge, an die man sich nicht erinnern konnte, sie eingepackt zu haben. Spielzeugreste. Kekskrümel. Fremde Haargummis. Und gelegentlich Dinge, die ganz eindeutig nicht einem selbst gehörten. Der Geldbeutel des Ehemanns ist da bis heute ein Klassiker. Offenbar wandert er wie von selbst in fremde Taschen, wenn man gerade nicht hinschaut. Ein Running Gag, der erstaunlich langlebig ist.
Der Handtascheninhalt war in dieser Phase weniger geplant, dafür umso lebendiger. Ein Spiegel des Familienalltags, inklusive Chaosbonus.


Handtascheninhalt heute: größer, schwerer und erstaunlich beruhigend
Heute sieht das anders aus. Mein Handtascheninhalt heute ist gewachsen, aber nicht aus Sammeltrieb, sondern aus Erfahrung. Zahnseide zum Beispiel. Ich hätte früher nie verstanden, warum man Zahnseide unterwegs braucht. Bis zu dem Tag, an dem ich stundenlang versucht habe, mit der Zunge einen Essensrest zu entfernen. Danach wusste ich: Zahnseide ist keine Option, sondern gesetzt. Zahnzwischenraumbürstchen übrigens auch.
Dazu kommen Pflaster, Blasenpflaster, Desinfektionstücher, Taschentücher, Sonnenschutz, Pfefferminz, Hundekackbeutel, Kartenetui inklusive Krankenkassenkarte. Alles nicht glamourös, aber unglaublich beruhigend. Der Handtascheninhalt heute ist weniger spontan, dafür sehr verlässlich.


Handtascheninhalt heute: Warum es den meisten Dingen egal ist, in welcher Tasche sie liegen
Was ich daran besonders mag: Den meisten Dingen ist es komplett egal, in welcher Tasche sie liegen. Zahnseide interessiert sich nicht dafür, ob sie in einer hochwertigen Ledertasche steckt oder in einem zerknitterten Jutebeutel vom letzten Stadtfest. Hundekackbeutel haben keinerlei Markenbewusstsein. Und OBs fühlen sich weder in Leder noch in Canvas besonders privilegiert.
Sie erfüllen einfach ihren Zweck. Punkt. Vielleicht ist genau das die ehrlichste Form von Luxus: Dinge dabeizuhaben, die funktionieren – unabhängig davon, was außen draufsteht.






Der Handtascheninhalt früher heute ist kein Zufall. Er ist eine direkte Reaktion auf das Leben, das man führt. Früher ging es um Spontaneität. Heute geht es um Alltag, Verantwortung und das gute Gefühl, vorbereitet zu sein. Nicht aus Angst, sondern aus Erfahrung.
Mein heutiger Handtascheninhalt will nichts beweisen. Er sagt nicht: „Schau, wie organisiert ich bin.“ Er sagt eher: „Ich kenne mein Leben inzwischen ganz gut.“ Das hat nichts mit Kontrollwahn zu tun, sondern mit Nachsicht mir selbst gegenüber.


Warum Taschen nie egal waren – auch beim Handtascheninhalt früher heute
Ganz korrekt wäre es trotzdem nicht zu behaupten, dass hochwertige Taschen für mich nie eine Rolle gespielt hätten. Zu meinem 40. Geburtstag habe ich eine Speedy 40 geschenkt bekommen. Eine Tasche, die mich viele Jahre begleitet hat, Patina bekommen hat und Geschichten trägt. Über diese Tasche habe ich damals schon ausführlich geschrieben. Falls ihr Lust habt, den Text findet ihr hier. Sie war kein Startschuss für eine wilde Taschensammlung. Eher ein einzelner, sehr besonderer Punkt. Vielleicht genau deshalb so langlebig. Aber natürlich sind seither noch ein paar unvernünftige Taschenkäufe hinzugekommen.


Kopf vs. Herz: Was mein Handtascheninhalt früher heute mit meiner Chanel-Liebe zu tun hat
Und hier kommt meine ganz persönliche Ambivalenz. Mein Kopf weiß sehr genau, dass ein Brandname nichts über Qualität sagt. Und schon gar nichts über Alltagstauglichkeit. Mein Kopf weiß auch, dass viele Taschen unabhängig vom Preis großartig oder komplett unpraktisch sein können.
Mein Herz hingegen liebt Chanel-Taschen. Sehr. Diese Liebe hat wenig mit Logik zu tun und noch weniger mit Vernunft. Chanel-Taschen sind oft empfindlich, wettertechnisch eher schwierig und definitiv nicht dafür gemacht, entspannt durch Regen, Schnee oder hektischen Alltag getragen zu werden. Sie verzeihen wenig und reagieren auf Feuchtigkeit ungefähr so gelassen wie ich auf schlechte Laune am Montagmorgen.
Aber sie sind eben auch einfach schön. Und manchmal reicht das. Ich weiß, dass mein Alltag mit robusteren Taschen leichter wäre. Und greife trotzdem gelegentlich zu genau den Taschen, die alles andere als praktisch sind. Nicht, weil sie sinnvoll sind. Sondern weil sie mir gefallen. Beides darf nebeneinander existieren.


Die Tasche als Teil des Outfits – und ja, natürlich auch ein Statussymbol
Natürlich sind Taschen auch Statussymbole. Und natürlich können das vor allem Menschen entspannt relativieren, die sich solche Taschen leisten können. Alles andere wäre unehrlich.
Eine Tasche signalisiert etwas. Über Geschmack, über Budget, über Zugehörigkeit. Man kann so tun, als wäre das nicht so – aber das ändert nichts an der Realität. Gleichzeitig ist sie für mich trotzdem Teil des Outfits. Sie verändert Proportionen, Haltung und Wirkung. Sie kann einen Look erden oder ihn komplizierter machen, wenn sie nicht passt.
Der Unterschied liegt für mich heute nicht darin, ob eine Tasche ein Statussymbol ist oder nicht, sondern darin, welche Rolle sie in meinem Alltag spielt. Ich möchte keine Tasche tragen, um etwas zu beweisen. Aber ich nehme mir auch nicht vor, so zu tun, als wäre sie völlig bedeutungslos.
Eine Tasche darf schön sein.
Sie darf hochwertig sein und auch unvernünftig. Aber am Ende muss sie zu meinem Leben passen – nicht zu einem Bild, das ich nach außen erfüllen möchte.


Warum viele Taschen gar nicht erkannt werden
Und noch etwas gehört für mich zur Wahrheit dazu: Viele Menschen erkennen Taschen gar nicht. Also wirklich nicht. Wer sich nicht mit Mode, Labels oder Modellen beschäftigt, sieht oft einfach nur eine schwarze Tasche. Punkt.
Wenn nicht gerade Gucci, Louis Vuitton oder Chanel gut sichtbar daraufstehen, bleibt der große Aha-Moment meist aus. Dann wissen oft nur Kenner:innen, was sie da eigentlich vor sich haben. Alle anderen nehmen Form, Farbe oder vielleicht noch die Größe wahr – aber nicht das Label, geschweige denn das Modell.
Und genau deshalb finde ich diese ganze Statussymbol-Diskussion manchmal auch ein bisschen schief. Denn ein großer Teil der Außenwelt läuft an solchen Details komplett vorbei. Oder mal ganz konkret gefragt: Wer von euch weiß eigentlich, von welchem Label meine schwarze Tasche ist – und wie das Modell heißt?
Ich mag diesen Gedanken. Dass manche Dinge nur für die sichtbar sind, die genau hinschauen. Nicht aus Abgrenzung, sondern weil nicht alles laut sein muss. Manches darf auch einfach still gefallen – mir selbst eingeschlossen.






Was der Handtascheninhalt heute über mein Leben zeigt
Der Handtascheninhalt früher heute erzählt für mich keine Geschichte von Verzicht, sondern von Gelassenheit. Ich brauche keine kleine Tasche mehr, um mich jung zu fühlen. Und keine große, um mich erwachsen zu fühlen. Ich brauche eine, die zu meinem Tempo passt.
Nicht alles darin ist sexy. Aber fast alles darin ist sinnvoll. Und ehrlich gesagt: Das reicht mir völlig. Vielleicht ist der Handtascheninhalt keine Nebensache. Vielleicht ist er einfach ein ziemlich ehrlicher Spiegel dessen, wo man gerade steht. Und jetzt bin ich neugierig: Wie sieht euer Handtascheninhalt früher heute aus? Team klein und chaotisch oder Team größer, aber vorbereitet auf alles?
Danke euch fürs Lesen und für eure Zeit. Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und eine tolle Woche.
DANKE 🖤
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